Affektregulation bei Bindungstrauma
Seminar · 03.10.26 - 28.02.27
Veranstaltungsdetails
Affektregulation als Schlüssel in der Behandlung von Bindungstrauma: Die Affektregulationstheorie und -therapie nach Allan Schore bietet einen psychodynamischen Rahmen für die Arbeit mit frühkindlichen Bindungsverletzungen und komplexen Traumatisierungen. Sie erweitert die klassische Bindungstheorie zu einem neurobiologisch fundierten Ansatz, in dem die Dysregulation von Affekten als zentrales Merkmal bindungsbasierter Traumata verstanden wird. Der Fokus der Traumabearbeitung liegt hierbei auf der Unterregulierung (Affektüberflutung bzw. Intrusion) und Überregulierung(Dissoziation), wie sie bei Menschen mit einem Bindungstrauma oder relationalen Traumata regelhaft auftreten. Die Affektregulationstheorie und die daraus entwickelten Techniken bringen Effizienz, Affekt und den Körper in psychodynamische Behandlungsansätze ein. Der Kerngedanke ist hierbei, dass die Affekttoleranz von traumatisierten Menschen verbessert und affektive Resilienz aufgebaut werden soll.
Ablaufplan
Modul 1
1. Tag: 03.10.2026
09.30-11.00
Grundlagen in der Behandlung von Bindungstraumatisierungen: Bindungstheoretische
Grundlagen, primäre und sekundäre Affektregulierung, Mentaliserung und
Bindungstraumatisierung (Vortrag) besondere Herausforderungen in der
Traumabearbeitung (Vortrag; Kleingruppenarbeit)
11.00-11.15 Pause
11.15-13.00
Neurophysiologische Grundlagen, Linkes und rechtes Gehirn, Konzept der Dissoziation,
Affektregulationsfenster, dysfunktionale Affektregulierung (Vortrag); explizites und
implizites Gedächtnis, Trauma und limbisches System (Vortrag und Selbsterfahrung)
13.00-14.30 Pause
14.30-16.00
Über- und Unterregulierung von Affekten bei Bindungstrauatisierungen, Sensibiliserung
für dissoziierte Selbstzustände (Vortrag und Selbsterfahrung); affektive Resilienz
aufbauen (Vortrag und Kleingruppenarbeit)
16.00-16.15 Pause
16.15-17.30
Spezielle Fragen bezüglich der therapeutischen Arbeit mit Bindungstraumatisierungen,
therapeutische Arbeit von rechtem-zu-rechtem Gehirn (Vortrag und Diskussionsrunde)
2. Tag: 04.10.2026
09.30-11.00
Klärung offener Fragen (Gesprächs-, Diskussionsrunde)
Imaginationsarbeit (2. Kleingruppenarbeit mit Nachbesprechung)
11.00-11.15 Pause11.15-12.30
Selbstakzeptanz und Selbstmitgefühl, Selbstfürsorge (Gruppendiskussion und
Kleingruppenarbeit)
12.30-13.45 Pause
13.45-15.30
Fall-Vignetten aus der Praxis (supervisorische Diskussionsrunde)
Abschluss Teil 1
Modul 2
1. Tag: 05.12.2026
09.30-11.00
Zusammenfassung Teil 1 (Vortrag)
Einführung in Schamthematik (Kleingruppenarbeit und Nachbesprechung)
11.00-11.15 Pause
11.15-13.00
Scham als Schlüsselemotion bindungsbasierter Traumatisierungen (Vortrag und
Kleingruppenarbeit)
13.00-14.30 Pause
14.30-16.00
Besondere Aspekte von Brutalisierung und nicht-mentalisierter Scham in der
Traumatherapie; Besonderheiten von schamvulnerablen Patienten (Vortrag und
Selbsterfahrung)
16.00-16.15 Pause
16.15-17.30
Arbeit mit toxischen, inneren Introjekten und dem inneren Richter (Demonstration und
Nachbesprechung)2. Tag: 06.12.2026
09.30-11.00
Klärung offener Fragen (Gesprächs-, Diskussionsrunde)
Umgang mit inneren Richterstimmen, Selbstakzeptanz und -fürsorge (Kleingruppenarbeit
mit ausgiebiger Nachbesprechung)
11.00-11.15 Pause
11.15-12.30
(Nachbesprechung)
Zusammenhang von Scham, Trauma und Dissoziation (Selbsterfahrung und
Gruppendiskussion)
12.30-13.45 Pause
13.45-15.30
Fall-Vignetten aus der Praxis (supervisorische Diskussionsrunde)
Abschluss Teil 2
Modul 3
1. Tag: 27.02.2027
09.30-11.00
Zusammenfassung Teil 2 (Vortrag)
Relevanz von Bindungstraumatisierungen und Scham (Kleingruppenarbeit und
Nachbesprechung)
11.00-11.15 Pause
11.15-13.00
Grundlagen der Enactment-Theorie: Inszenierungen als dialogische Interaktionen von
relationalen Unbewussten (Vortrag, Kleingruppenarbeit, Gruppendiskussion)
(Selbsterfahrung)
13.00-14.30 Pause14.30-16.00
Dissoziations-Enactment-Modell der relationalen Psychoanalyse (Philip Bromberg und
Donnel Stern), spezielle Übertragungs- und Gegenübertragungspositionen bei traumatisch
bedingten Enactments, Enactments als unformulierte, dissoziative Erfahrung (Vortrag)
Besonderheiten bei traumatisch bedingten Enactments (Kleingruppenarbeit)
16.00-16.15 Pause
16.15-17.30
Enactments und Hier-und-Jetzt Scham, Arbeit mit den drei Ichs (gutes Ich, schlechtes Ich
und Nicht-Ich), Sensibilisierung für Enactments: „Auf die intersubjektive, nonverbale
Dimension hören“, „Mit den Augen hören“ und „Hören auf die dissoziativen Brüche und
Zustandswechsel (Demonstration und Nachbesprechung)
2. Tag: 28.02.2027
09.30-11.00
Klärung offener Fragen (Gesprächs-, Diskussionsrunde)
Dissoziation im ko-konstruierten Enactment, Enactments aufarbeiten und affektive
Resilienz aufbauen (Selbsterfahrung, Diskussion)
11.00-11.15 Pause
11.15-12.30
Therapeutische Arbeit an den Rändern der Affektreguierung, Kollisionen zwischen dem
Beruflichen und Persönlichen in der relationalen Traumabearbeitung (Kleingruppenarbeit
und ausgiebige Nachbesprechung)
12.30-13.45 Pause
13.45-15.30
Fall-Vignetten aus der Praxis (supervisorische Diskussionsrunde)
Enactment-Dissoziations-basiertes Modell der therapeutischen Wirkung (Diskussion und
Kleingruppenarbeit)
Abschluss des Curriculums
Seminarzeiten
Samstags 09.30-17.30
Sonntags 09.30-15.30Uhr
Termine
Modul 1: 03.-04.10.2026
Modul 2: 05.-06.12.2026
Modul 3: 27.-28.02.2027
Fortbildungspunkte
Für dieses Seminar beantragen wir Fortbildungspunkte bei der PTK Berlin. Einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichtes folgend, können nur noch Fortbildungen zertifiziert werden, in denen überwiegend approbierte PsychotherapeutInnen teilnehmen, oder an denen verschiedene Berufsgruppen teilnehmen, die in enger Kooperation eine Patienten-/Klientengruppe behandeln. Da dies von den angemeldeten TeilnehmerInnen abhängt, können wir eine Zertifizierung der Fortbildung nicht garantieren und erst nach erfolgreicher Anerkennung durch die Psychotherapeutenkammer bestätigen.
Literatur
Bromberg, P. (2011). The Shadow of the Tsunami and the Growth of
the Relational Mind. Routledge.
Fonagy, P., Gergely, G., Jurist, E.L. & Target, M. (2004).
Affektregulierung, Mentalisierung und die Entwicklung des Selbst.
Klett-Cotta.
Mucci, C. (2022). Resilience and Survival. Understanding and Healing
Intergenerational Trauma. Confer Books.
Schore, A.N. (2007). Affektregulation und die Reorganisation des
Selbst. Klett-Cotta.
Schore, A.N. (2012). The Science of The Art of Psychotherapy. Norton
& Company.
Stern, D.B. (2015). Relational Freedom. Emergent Properties of the
Interpersonal Field. Routledge.
Tiedemann, J.L. (2010). Das Selbst, die Scham und der Andere.
Psychosozial-Verlag
Tiedemann, J.L. (2013). Scham. Psychosozial-Verlag.
Tiedemann, J.L. (2021). Dissoziative Scham als Folge von
Traumatisierungen. Trauma – Z. für Psychotraumatologie, 19(1),
28–39.
Tiedemann, J.L. (2025). Enactment. Psychosozial-Verlag.
Wöller, W. (2020). Dissoziation. Psychosozial-Verlag.
Wöller, W. (2022). Psychodynamische Psychotherapie. Lehrbuch der
ressourcenorientierten Praxis. Schattauer.
Young, P.A. (2022). Understanding and Treating Chronic Shame.
Healing Right Brain Relational Trauma. Routledge.
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Zeitraum
03.10.26 - 28.02.27
09:30 - 15:30 Uhr -
Zielgruppe
PsychotherapeutInnen, Ärztinnen, HeilpraktikerInnen, Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen -
Fortbildungspunkte
42 -
Teilnehmerbegrenzung
Min. 10 Personen
Max. 20 Personen
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Veranstaltungsort
Akademie für integrative TraumatherapieZur Börse 2
10247 Berlin
Veranstalter
Akademie für integrative Traumatherapie
Die Akademie für integrative Traumatherapie bietet traumatherapeutische Fortbildungen für Psychotherapeuten, Ärzte, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, und wir sind explizit auch offen für fundiert ausgebildete Heilpraktiker für Psychotherapie.
Sie finden bei uns diverse Sonderseminare und seit 2018 bieten wir ein durch die Traumafachgesellschaft GPTG (Gesellschaft für Psychotraumatologie, Traumatherapie und Gewaltforschung) zertifiziertes traumatherapeutisches Curriculum an.
Wir freuen uns auf Ihre Anfragen!
Kontakt:
Akademie für integrative Traumatherapie
Zur Börse 2 (Eingang über die Thaerstraße)
10247 Berlin
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