Das verlorene Subjekt: ADHS/Autismus zwischen Schulen, Diagnosen und Deutungen, 2-Tage im alpinen Vier-Sterne-Ambiente

Fortbildung · 30.01.27 - 31.01.27

Das verlorene Subjekt: ADHS/Autismus zwischen Schulen, Diagnosen und Deutungen, 2-Tage im alpinen Vier-Sterne-Ambiente

Inhalt

Neurodivergente Patient:innen – etwa mit ADHS oder Autismus – erleben den Riss zwischen Neurobiologie und Psychoanalyse oft am eigenen Körper: Für die einen sind sie ein „Gehirn mit Dopaminmangel“, für die anderen eher „charakterlich unreif“ oder „früh bindungsgestört“. In diesem Seminar stelle ich diese beiden Sichtweisen nebeneinander – die neurobiologische und die psychoanalytische: Welche Fragen stellen sie, welches Menschenbild tragen sie in sich, und wie prägen sie das Selbstverständnis der Betroffenen?

Wie fühlt es sich an, zwischen Schulen, Diagnosen und Deutungen verloren zu gehen? Und wie kann ein Denken aussehen, das Neurobiologie und Psychoanalyse zusammenbringt, ohne die Betroffenen erneut zum Objekt einer Theorie zu machen? Mein Bemühen ist dabei, die Perspektive der Betroffenen konsequent in den Mittelpunkt zu stellen – als Maßstab dafür, welche dieser Sichtweisen ihnen wirklich dient und welche sie erneut zum Objekt fremder Deutungen macht. Dabei werde ich auch meine eigenen klinischen und biografischen Auseinandersetzungen mit Neurodivergenz vorstellen.

Auf der Basis aktueller neurobiologischer Modelle und psychoanalytischer Konzepte (v. a. Lacan, Objektbeziehungstheorien, Mentalisierung, Bindung) fragen wir gemeinsam:
Wie lässt sich Neurodivergenz denken, ohne in Defizitlogiken („Störung“, „Fehlfunktion“) zu verfallen? Welche Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene sind typisch im Kontakt mit neurodivergenten Patient:innen? Und wie können wir unsere Deutungen so gestalten, dass sie Resonanzräume eröffnen statt neue Scham- und Selbstentwertungsschleifen zu produzieren?

Schwerpunkte der vier Doppelstunden u. a.:

  1. Neurobiologische Perspektive: zentrale Modelle zu Aufmerksamkeit, Exekutivfunktionen, Affektregulation und Neuroplastizität – ohne „Neuro-Feuilleton“, mit Blick auf die klinische Relevanz.
  2. Psychoanalytische Perspektive: Neurodivergenz im Spannungsfeld von frühem Beziehungserleben, Symbolisierung, Begehren und Über-Ich-Dynamiken.
  3. Innen- und Außenperspektive: Wie erleben sich Betroffene selbst, wie werden sie in Kliniken, Praxen und im Alltag gesehen? Spannungsfelder zwischen Selbstdiagnose, Fremddiagnose und Nicht-Erkannt-Werden.
  4. Übertragung, Gegenübertragung, Setting: typische Fallen (z. B. Idealisierung, Entwertung, „Rettungsimpulse“ des/der Therapeut:in, Ungeduld, subtiler Vorwurf der „Unreife“) und Möglichkeiten, diese klinisch fruchtbar zu machen.
  5. Sprache, Deutung, Timing: Wie können wir so sprechen, dass Deutungen strukturierend wirken, ohne die Person auf „ihr ADHS“ oder „ihren Autismus“ zu reduzieren?
  6. Ethik der Diagnose: Wofür stellen wir Diagnosen – für Kassenformulare, für das Subjekt, für uns? Und was bedeutet das konkret im Behandlungsvertrag mit neurodivergenten Patient:innen?

Anhand praxisnaher Fallvignetten werden diese Ansätze gemeinsam diskutiert. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für neurodivergente Erfahrungsweisen zu entwickeln, das für verschiedene therapeutische Schulen (VT, TP, AP, ST) anschlussfähig bleibt und neue Perspektiven für die klinische Arbeit eröffnet. Die komplexeren analytischen Theorien stelle ich bei Bedarf in einem von mir verfassten Text zum Nachlesen zur Verfügung.

Ablaufplan

30. Januar 2027
10:00 Uhr - 18:00 Uhr inkl. Verpflegung während der Fortbildungszeiten
*Optional 20:00 Uhr Abendessen inkl. Getränke Details folgen

31. Januar 2027
09:00 Uhr - 17:00 Uhr inkl. Verpflegung während der Fortbildungszeiten

Fortbildungspunkte

Die Fortbildung befindet sich im Akkreditierungsprozess und wird vorraussichtlich mit 16 Punkten akkreditiert.

Darum sollten Sie buchen

  • Vollverpflegung während der Fortbildungszeiten
  • exklusive Gruppe mit max. 20 Teilnehmenden
  • durchgehende Betreuung vor Ort durch das psyCultus Team
  • Buchung aus einer Hand: Bis auf An- und Abreise organisieren wir alles für Sie
  • kostenfreie Stornierung bis 4 Wochen vor Fortbildungsbeginn
  • einzigartige Location in reizvoller Lage
  • individuelle Optionen: gerne können Ehe- oder Lebenspartner*innen Sie auf Anfrage begleiten

Sie möchten die Fortbildung für eine Auszeit vom Alltag nutzen? Gerne können Sie Ihren Aufenthalt verlängern oder mit Begleitung anreisen. Individuelle Optionen sind für Sie verfügbar, sprechen Sie uns gern an!

Hinweis zur Rechnungsstellung: Bei Online-Zahlung erhalten Sie die Rechnung innerhalb von 1-2 Tagen per E-Mail. Sollten Sie nicht online zahlen, durchlaufen Sie den Buchungsprozess und erhalten 4 - 8 Wochen vor Veranstaltungsbeginn die Rechnung per Mail.

Impressionen

Veranstaltungsort

Neo Hotel Linde Esslingen
Für unsere Veranstaltung bietet das Neo Hotel Linde in Esslingen am Neckar den idealen Rahmen. Das privatgeführte Vier-Sterne-Haus verbindet professionelle Tagungsmöglichkeiten mit einer besonderen Wohlfühlatmosphäre. Die alpine Wohnwelt mit ausgewählten Hölzern, warmem Licht und viel Liebe zum Detail schafft ein inspirierendes Umfeld, das konzentriertes Arbeiten ebenso unterstützt wie den persönlichen Austausch. Moderne Ausstattung und herzlicher Service sorgen dafür, dass sowohl inhaltlich als auch organisatorisch beste Voraussetzungen für eine gelungene Veranstaltung gegeben sind.

Auch für die Übernachtung ist das Hotel bestens geeignet: komfortable Alpin-Zimmer mit hochwertigen Boxspringbetten, stilvollen Bädern und durchdachtem Design garantieren erholsamen Schlaf. Die finnische Sauna bietet darüber hinaus eine wohltuende Möglichkeit zur Entspannung nach intensiven Veranstaltungstagen. So verbindet das Haus produktives Tagen mit Regeneration und macht die Teilnahme – inklusive Hotelübernachtung – zu einem rundum stimmigen Gesamterlebnis.

Dozenten

Herr Michel  Lahoud

Herr Michel Lahoud

Michel Lahoud (er/ihm) ist Psychoanalytiker und Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis in Freiburg. Er wurde im Libanon geboren und arbeitet heute mit einer transkulturellen und neurodivergenzsensiblen Haltung. Nach dem Psychologiestudium (u. a. IPU Berlin, Université de Strasbourg, Université Paris 8) absolvierte er seine psychotherapeutische Ausbildung am AWI des Universitätsklinikums Freiburg. Er arbeitet LGBTQIA+-affirmativ und bietet analytische Einzel- und Gruppentherapien sowie Begleitung und Indikationsstellungen für trans Personen an. Eigene ADHS-Merkmale haben ihn dazu geführt, Brücken zwischen Psychoanalyse und Psychiatrie zu schlagen, um neurodivergente Erfahrungen genauer und gerechter zu verstehen. Mehr unter: www.lahoud.de

  • Zeitraum
    30.01.27 - 31.01.27
    10:00 - 17:00 Uhr
  • Zielgruppe
    Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen, Berater:innen und alle weiteren Berufsgruppen, die therapeutisch und beratend tätig sind.
  • Fortbildungspunkte
    16
  • Teilnehmerbegrenzung
    Min. 10 Personen
    Max. 20 Personen
  • Dozent:in
    Herr Michel Lahoud
  • Veranstaltungsort
    Neo Hotel Linde Esslingen

    Ruiter Straße 2-6
    73734 Esslingen am Neckar

Veranstalter
psyCultus Fortbildungen

Als Veranstalter von bundesweit akkreditierten Fortbildungen für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bieten wir Ihnen Fortbildungserlebnisse der Premiumklasse. Bei uns buchen Sie fachlich attraktive Veranstaltungen an unvergesslichen Orten. Tauschen Sie sich mit Ihren Kolleginnen und Kollegen in kleinen Gruppen aus und genießen Sie die Vollverpflegung am Veranstaltungsort. Alternativ bieten wir informative Webinare zu wissenschaftlichen oder sicherheitsrelevanten Themen an, an denen Sie ganz bequem von Zuhause aus teilnehmen können. Profitieren Sie von unserer Erfahrung und lassen Sie sich von unseren durchdacht organisierten Fortbildungen überzeugen.

Kontakt:
New Media Company GmbH & Co. KG
psyCultus Fortbildungen
Königstraße 7
26180 Rastede

Mail: info@psyCultus.de
Tel.: 04402 - 984120

Zum Veranstalter